Pressemitteilung zu der Besetzung

In der Nacht von Freitag auf Samstag haben Aktivist*innen der Seehausener Wald in der Altmark besetzt. Diese Aktion richtet sich nicht nur gegen den Ausbau der A14, deren Trassenverlauf unter anderem durch ein Waldstück südlich von Seehausen läuft. Es soll auch ein Freiraum geschaffen werden, in dem sich eine gelebte Alternative zum kapitalistischen System entwickeln kann.

Die Rucksäcke voll gepackt mit Schlafsäcken, Klettergurten und Seilen haben sich die Aktivist*innen als die Sonne unterging auf den Weg gemacht, und sind in den Seehausener Forst eingezogen. Am Samstag haben Gegner*innen der Autobahn, die zuvor den Autokorso der Befürworter*innen etwas aufgemischt hatten, einen Spaziergang in den Wald gemacht, um die Besetzer*innen zu begrüßen.

In der Besetzung, die in der Kiefernmonokultur Stück für Stück aufgebaut wird, soll laut den Aktivist*innen ein Freiraum entstehen. Anstatt im kapitalistischen Konkurrenzkampf gegeneinander zu vereinzeln, sei ein gemeinschaftliches Zusammenleben, welches auf ihre Bedürfnisse Rücksicht nimmt die treibende Idee. Gegenstände, wie Werkzeuge, die von allen gebraucht werden, werden geteilt und jede*r beteiligt sich an alltäglichen Aufgaben. Essen wird durch das Retten von weggeworfenen Lebensmitteln beschafft, sodass keine*r Geld bezahlen muss um Teil der Gemeinschaft zu sein. „Ein Ort an dem alle willkommen sind, die sich nicht für etwas besseres halten.“ erklärt frisch eingezogene*r Sascha. Alle sollen sich unabhängig von Herkunft, Einkommen, Anziehung oder Gender eingeladen fühlen.

 

Ein Statement von einigen Aktivist*innen zu ihrer Aktion

Der Klimawandel ist eine Konsequenz von profitbasiertem Wirtschaften im Kapitalismus, ohne jegliche Rücksicht auf Menschen und Natur. Diejenigen, welche ihn am geringsten verursachen, leiden am stärksten unter seinen Folgen.

Unser aktuelles politisches System, die repräsentative Demokratie, ist nicht dafür ausgelegt, Lösungen für langfristige Probleme, wie den Klimawandel zu bieten. Politiker*innen geht es der Logik nach in erster Linie darum, den nächsten Wahlkampf zu gewinnen, sodass die Bedürfnisse der Menschen, die an einem Ort leben, eine Beziehung zu ihm haben und dadurch eine Verantwortung verspüren, außen vor bleiben müssen. Stattdessen werden realpolitische Entscheidungen von profitorientierten Konzernen bestimmt, die von der aktuellen Situation profitieren und somit kein Interesse an grundlegenden Veränderungen haben.

So haben wir uns dazu entschieden, nicht länger leeren Versprechungen hinterher zu trauern, sondern selbst anzupacken, um die Veränderungen, die wir uns wünschen, herbeizuführen.

 

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